Pfarrbücherei St. Dionysius, Rheidt
im Pfarrheim Rheidt
Pastor-Ibach-Str. 19
53859 Niederkassel (OT Rheidt)
Tel.: 0 22 08 / 50 07 37
E-Mail: pfarrbuecherei@kath-siegmuendung.org
Öffnungszeiten
Mittwoch: von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Sonntag: von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr
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Buchbesprechung

Knapp, Florence „Die Namen“
1987 macht sich Cora mit ihrer 9jährigen Tochter Maia und ihrem neugeborenen Sohn auf den Weg zum Standesamt. Ihr Mann Gordon erwartet, dass sie seinen Vornamen für den Jungen eintragen lässt, seit Generationen Tradition in seiner Familie. Doch Cora ist nicht glücklich mit der Entscheidung. Sie mag den Namen nicht, zu sehr erinnert er sie an die dominanten Männer in Gordons Familie. Hat der Junge nicht das Recht auf einen eigenen Namen, fragt sie sich. Sie selbst würde das Kind gerne Julian nennen. Maia gefällt der Name Bear für ihren Bruder, gleichzeitig kuschelig und stark. - So beginnt Florence Knapp den Prolog ihres Debütromans. In drei unterschiedlichen Erzählsträngen, die jeweils mit Bear, Julian und Gordon überschrieben sind, schildert sie, wie sich das Leben des Neugeborenen und damit das der ganzen Familie über 35 Jahre entwickelt, je nachdem welchen Namen der Junge erhalten hat. Die unveränderte Konstante ist ihr Mann Gordon, der in jeder der drei Geschichten ein gewalttätiger Mann mit einer Saubermannfassade bleibt. Am Ende stellt sich die Frage, welche Bedeutung der Vorname für das Leben eines Kindes hat, wie sehr wir von unseren Genen geprägt sind und wieviel Entscheidungsfreiheit ein jeder hat. Das spannende Gedankenexperiment ist ein echter Pageturner.
(veröffentlicht in medienprofile/Borromäusverein e.V.)
Susanne Emschermann
Das Buch kann in der KÖB St. Dionysius ausgeliehen werden.
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Buchbesprechung

Dörrie, Doris „Wohnen“
Die Reihe „Leben“ des Hanser Verlags beschäftigt sich mit zehn wichtigen Themen des Lebens. Nach Schlafen, Altern, Lieben und Streiten schreibt Doris Dörrie im aktuellen Band über das Wohnen. Sie erinnert sich an das Haus ihrer Kindheit. Das Elternhaus ihres Vaters wurde nach dem 2. Weltkrieg aus Trümmern wieder aufgebaut. Als einzige von vier Schwestern hat sie ein eigenes Zimmer, das sie schon früh als Rückzugsort genutzt hat. Sie beschreibt die Küche als Reich der Mutter, die dreimal am Tag auf gemeinsamen Mahlzeiten bestand, obwohl sie nie gerne gekocht hat. Einen Raum für sich hat die Mutter nie besessen. In ihrer Erinnerung wandert Dörrie durch viele Räume, die sie bewohnt und besucht hat. In den USA kommt sie als junge Frau wegen Geldmangel in einem Obdachlosenheim unter und besichtigt an den Wochenenden Villen, die zum Verkauf stehen. Sie stellt sich ein Leben in diesen Räumen vor und sucht in allen Häusern nach dem Zimmer der Frau. Als sie mit ihrer Tochter schwanger ist, kauft sie sich mit ihrem Mann ein altes Bauernhaus in Bayern. Dörrie erzählt von persönlichen Räumen, von inneren und äußeren Räumen, sowie der politischen Bedeutung des Wohnens. Welche Räume haben uns geprägt? Was braucht es, damit wir uns „zu Hause“ fühlen? Sehr empfohlen
(veröffentlicht in medienprofile/Borromäusverein e.V.)
Susanne Emschermann
Das Buch kann in der KÖB St. Dionysius ausgeliehen werden.
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Buchbesprechung
Imgrund, Barbara „Der Wurm“
Martha ist weit über 80, als sie auf den verlassenen Hof ihrer Kindheit in den Bergen zurückkehrt. Sie sucht den Ort auf, um zu sterben. Seit dem Tod ihres Mannes vor einem Jahr wird sie vermehrt von ihren Dämonen heimgesucht. Sie erinnert sich an den Tod ihrer drei Brüder im 2. Weltkrieg, für den sie sich verantwortlich fühlt. Die Jungen hatten sich versteckt, um der Einberufung zu entgehen. Martha glaubt, die Verfolger zum Versteck der Brüder geführt zu haben. Neben der Schuld, die sie drückt, beobachtet sie in ihrem Dorf eine wachsende Fremdenfeindlichkeit. Kürzlich hat sie miterlebt, wie einem Jungen eine Kette mit Davidstern vom Hals gerissen wurde und antisemitische Parolen gebrüllt wurden. Mit Schrecken denkt sie an eine Frau zurück, die damals als Jüdin beschimpft und abtransportiert worden ist. Antisemitismus und Fremdenhass vergleicht Martha mit einem braunen Wurm, der in die Köpfe der Menschen kriecht und ihnen ihre Menschlichkeit raubt. Auf dem Hof trifft sie auf einen jungen Mann, der ihrem verstorbenen Lieblingsbruder Luis aufs Haar gleicht. Er möchte Antworten von Martha. Warum galt sie jahrzehntelang als tot, warum ist sie nach dem Krieg nicht zurückgekehrt? Die alte Frau, die sich den Tod wünscht, muss sich erneut dem Leben stellten. Die Geschichte, vor allem ihre Sprache, entfaltet auf 150 Seiten eine emotionale Wucht. Wenn Martha als kleines Mädchen nachts in den Bergen unterwegs ist und über sich den Sternenhimmel sieht, wird ihre Verlorenheit als Individuum, aber auch ihre Verbundenheit mit der Schöpfung überdeutlich.
(veröffentlicht auf Instagram unter @lesetier57)
Susanne Emschermann
Das Buch kann in der KÖB St. Dionysius ausgeliehen werden.
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Über uns
Die Pfarrbücherei der Pfarreiengemeinschaft Siegmündung befindet sich im Rheidter Pfarrheim im 1. OG. Sie finden dort ein Angebot von rund 3.500 Medien: Romane, Kinder- und Jugendbücher, Hörbücher, Videos, DVDs, Spiele und Sachbücher (Kochbücher, Reiseführer etc. und natürlich auch Bücher über Glaubensfragen).Alles in allem hoffen wir, dass für jedes Alter und jeden Geschmack etwas vorhanden ist. Das Büchereiteam freut sich auf Sie und wird sie sachkundig beraten. Ein Besuch lohnt sich!
Das Team der Pfarrbücherei berät Sie gerne!
